12/10/2026 0 Kommentare
Ökumenisches Klimagebet (online)
Ökumenisches Klimagebet (online)

Die Ökumenische Initiative Lichterfelde-West lädt zum nächsten Klimagebet ein.
Der Zugang zum Online – Klimagebet ist weiterhin über den folgenden Link möglich:
https://zoom.us/j/92055458883?...
Das Anklicken des Links genügt in der Regel. Hier noch Meeting-ID und Kenncode, sollten Sie diese Angaben ausnahmsweise doch benötigen:
Meeting-ID: 920 5545 8883 Kenncode: 849811
Und hier zur - eindringlichen Einladung von Michael Börgers:
Liebe Mitwirkende und Interessierte an den Ökumenischen Klimagebeten,
Soeben habe ich einen Text für diese Einladung verworfen, an dem ich lange gesessen habe. Ich habe ihn (vorläufig) verworfen, nachdem ich gestern im Tagesspiegel das Interview mit dem Mathematiker Emil Wiedemann gelesen habe. In dem Interview geht es um die Zukunft der Mathematik, nachdem OpenAI hunderte von Beweisen für bisher ungelöste mathematische Probleme veröffentlicht hat.
Als ich das las, dachte ich: Irgendeine KI hätte Deinen Text in einem Bruchteil der Zeit und mindestens so gut, wahrscheinlich besser hinbekommen - jedenfalls dann, wenn OpenAI es sich zum Ziel gesetzt und beschlossen hätte, in die Verwirklichung des Ziels, derartige Texte zu schreiben, auch nur einen winzigen Bruchteil der Ressourcen zu investieren, die das Unternehmen in die Lösung eines der sieben sogenannten Millennium-Probleme der Mathematik investiert hat (um aus Marketinggründen zwei Mathematikern zuvorzukommen, die ein Jahr lang hieran gearbeitet hatten und offenbar kurz vor einem Durchbruch standen – vermutlich ihr „Lebenswerk“, wie sie dachten.)
Was sind wir im Begriffe zu tun, und was geschieht mit uns? Es fühlt sich an, als würden wir uns selber besiegen und uns freiwillig in eine Art Babylonische Gefangenschaft begeben, aus der es kein Entkommen gibt. Wird KI zu dem Monster, das wir selbst erschaffen haben, und mit dem wir uns nur noch arrangieren können und müssen? Und was bedeutet „arrangieren“ anders als Unterwerfung - um zu überleben? Werden wir alles daransetzen müssen, das von uns selbst erschaffene Monster ruhig zu stellen, damit es uns nicht verschlingt, und im Übrigen hoffen, dass wir nicht aus einer Laune oder zufällig oder aufgrund eines Irrtums vernichtet werden?
Ist das alles, was wir hoffen können? Was dürfen wir hoffen? Die Frage stellt sich neu und dringender als jemals. Es ist von Anfang an auch eine Grundfrage unserer Klimagebete gewesen. Wir lesen die biblischen Geschichten von Errettung und Befreiung und fragen uns: Gelten sie noch für uns? Wenn ich mich sehr ehrlich selbst befrage, muss ich in diesem Augenblick sagen, dass die Frage für mich im besten Fall offen ist. Nach menschlichem Ermessen ist der Ausweg nicht zu sehen. Es gibt, wie es scheint, keinen Weg zurück.
Hoffen und Beten gehören zusammen, aber wie genau ist der Zusammenhang von beidem zu verstehen? Kann ich beten, weil ich hoffe, oder darf ich beten, damit ich hoffen kann? Oder gilt beides?
Wie gesagt: Ich hatte eigentlich etwas ganz anderes schreiben wollen, über Franz von Assisi, der fast auf den Tag genau vor 800 Jahren gestorben ist. Ich werde das noch nachreichen. Und ich will auch diesen Text nicht der künstlichen Intelligenz überlassen.
Herzliche Grüße
Michael Börgers
Kommentare